Ein Aufbau, auf dem die meisten Rezepte laufen
Zu jeder Frage im Trainer gehört ein Laborrezept. Damit man nicht für jedes einen eigenen Aufbau klicken muss, gibt es hier einen Grundaufbau, der die meisten trägt — mit Adressplan, Startkonfigurationen und einer fertigen Datei.
Datei folgt
Die .pkt-Datei zum Herunterladen wird gerade gebaut. Bis dahin steht unten alles, was man braucht, um den Aufbau selbst zusammenzuklicken — Adressplan und vollständige Startkonfigurationen.
Was drinsteckt
VLAN 10 — Arbeitsplaetze — 10.20.0.0/22
VLAN 20 — Geraete — 10.20.8.0/22
VLAN 99 — Verwaltung — 10.20.99.0/24
PC1 PC2 PC3 Drucker
(V10) (V20) (V10) (V20)
| | | |
+-----+------+ +-----+------+
| |
[ SW1 ]======== Trunk ==============[ SW2 ]
| native VLAN 999
| Trunk
|
Gi0/1
[ R1 ] ---- 10.0.0.0/30 ---- [ R2 ] ---- 192.168.1.0/24
Gi0/0 Gi0/0 Gi0/1
|
Server
192.168.1.10
DHCP, DNS, Syslog
Zwei Router mit einer direkten Verbindung, zwei Switches im Trunk, vier Endgeräte in zwei VLANs, ein Server hinter dem zweiten Router. Damit sind die Bereiche 1 bis 3 fast vollständig abgedeckt, dazu große Teile von Bereich 4.
Warum genau so
- Zwei Router, nicht einer. Ohne eine Strecke dazwischen gibt es kein Routing zu üben — kein OSPF, keine statische Route, keinen Netztyp
point-to-point. - Der Server steht hinter R2, nicht im selben Netz. Nur so lassen sich DHCP-Relay und die Fehlersuche über Netzgrenzen nachstellen. Ein Server im eigenen Segment beantwortet zu viele Fragen von selbst.
- Zwei Switches, nicht einer. Spanning Tree braucht mindestens zwei Geräte, um überhaupt etwas zu entscheiden, und ein Trunk braucht zwei Enden.
- Native VLAN 999, unbenutzt. Damit läuft alles Gewollte markiert über das Kabel. Unmarkierte Rahmen landen in einem VLAN ohne Ziel — das ist die saubere Voreinstellung und zugleich Gegenstand mehrerer Fragen.
Adressplan
| Netz | Bereich | Gateway | Wofür |
|---|---|---|---|
| VLAN 10 | 10.20.0.0/22 | 10.20.0.1 | Arbeitsplätze. Die /22 ist Absicht — sie macht die Maskenfragen erst möglich |
| VLAN 20 | 10.20.8.0/22 | 10.20.8.1 | Drucker und Geräte |
| VLAN 99 | 10.20.99.0/24 | 10.20.99.1 | Verwaltung: die SVIs der Switches |
| VLAN 999 | — | — | Native VLAN, absichtlich ohne Adressen und ohne Geräte |
| R1 ↔ R2 | 10.0.0.0/30 | — | Punkt-zu-Punkt, R1 ist .1, R2 ist .2 |
| Servernetz | 192.168.1.0/24 | 192.168.1.1 | Server auf .10 |
| IPv6 | 2001:db8:acad::/48 | — | je Segment ein /64 daraus — nie kleiner, sonst scheitert SLAAC |
Startkonfigurationen
Wer die fertige Datei lädt, braucht das hier nicht — es steht da, damit man sieht, was drin ist, und damit man es in GNS3 oder auf echter Hardware nachziehen kann.
R1 — Router-on-a-Stick zu den VLANs
hostname R1
ipv6 unicast-routing
!
interface GigabitEthernet0/0
description Strecke zu R2
ip address 10.0.0.1 255.255.255.252
ipv6 address 2001:DB8:ACAD:FF::1/64
no shutdown
!
interface GigabitEthernet0/1
description Trunk zu SW1
no ip address
no shutdown
!
interface GigabitEthernet0/1.10
encapsulation dot1Q 10
ip address 10.20.0.1 255.255.252.0
ipv6 address 2001:DB8:ACAD:10::1/64
!
interface GigabitEthernet0/1.20
encapsulation dot1Q 20
ip address 10.20.8.1 255.255.252.0
!
interface GigabitEthernet0/1.99
encapsulation dot1Q 99
ip address 10.20.99.1 255.255.255.0
!
router ospf 1
router-id 1.1.1.1
network 10.0.0.0 0.0.0.3 area 0
network 10.20.0.0 0.0.3.255 area 0
network 10.20.8.0 0.0.3.255 area 0
network 10.20.99.0 0.0.0.255 area 0
!
! Fuer die DHCP-Aufgaben: Anfragen aus VLAN 10 zum Server
interface GigabitEthernet0/1.10
ip helper-address 192.168.1.10
Wildcard, nicht Subnetzmaske
Zu 255.255.252.0 gehört die Wildcard 0.0.3.255 — überall dort, wo network steht. Das ist die Stelle, an der bei OSPF die meiste Zeit verloren geht, und sie fällt nicht auf: Der Befehl wird angenommen, die Nachbarschaft kommt nur nicht zustande.
R2 — der Weg zum Server
hostname R2
!
interface GigabitEthernet0/0
ip address 10.0.0.2 255.255.255.252
ipv6 address 2001:DB8:ACAD:FF::2/64
no shutdown
!
interface GigabitEthernet0/1
description Serversegment
ip address 192.168.1.1 255.255.255.0
no shutdown
!
router ospf 1
router-id 2.2.2.2
network 10.0.0.0 0.0.0.3 area 0
network 192.168.1.0 0.0.0.255 area 0
SW1 — VLANs, Trunks und saubere Zugangsports
hostname SW1
!
vlan 10
name Arbeitsplaetze
vlan 20
name Geraete
vlan 99
name Verwaltung
vlan 999
name unbenutzt-native
!
interface GigabitEthernet0/1
description Trunk zu R1
switchport trunk encapsulation dot1q
switchport mode trunk
switchport nonegotiate
switchport trunk native vlan 999
switchport trunk allowed vlan 10,20,99
!
interface GigabitEthernet0/2
description Trunk zu SW2
switchport trunk encapsulation dot1q
switchport mode trunk
switchport nonegotiate
switchport trunk native vlan 999
switchport trunk allowed vlan 10,20,99
!
interface range FastEthernet0/1 - 12
switchport mode access
switchport access vlan 10
spanning-tree portfast
spanning-tree bpduguard enable
!
interface range FastEthernet0/13 - 24
switchport mode access
switchport access vlan 20
spanning-tree portfast
spanning-tree bpduguard enable
!
interface Vlan99
ip address 10.20.99.11 255.255.255.0
no shutdown
!
ip default-gateway 10.20.99.1
SW2 ist dieselbe Konfiguration mit hostname SW2 und der SVI-Adresse 10.20.99.12.
2960: eine Zeile weniger
switchport trunk encapsulation dot1q gibt es dort nicht — der 2960 kann nur 802.1Q, also lässt Cisco die Auswahl weg. Der Befehl wird abgewiesen, und das ist kein Fehler im Aufbau. Auf einem 3560 oder 9200 gehört er dagegen dazu.
Prüfen, dass der Aufbau steht
Vier Befehle, bevor man mit der ersten Frage anfängt. Wenn einer davon nicht das Erwartete zeigt, findet man den Fehler jetzt in zwei Minuten statt später mitten in einer Aufgabe.
R1# show ip ospf neighbor
! Erwartet: 2.2.2.2 im Zustand FULL
SW1# show interfaces trunk
! Erwartet: Gi0/1 und Gi0/2 als trunking, native 999,
! erlaubt 10,20,99 — und dieselben VLANs auch in der
! Tabelle "forwarding state". Nur die zweite zaehlt.
R1# show ip interface brief | exclude unassigned
! Erwartet: alle vier Adressen up/up
PC1> ping 10.20.8.30
! Erwartet: Antwort. Geht das nicht, stimmt das
! Routing zwischen den VLANs noch nicht.
Wo Packet Tracer aufhört
Für die Bereiche 1 bis 3 reicht Packet Tracer vollständig, und es ist der schnellere Einstieg. Fünf Themen im Trainer lassen sich dort aber nicht nachstellen — nicht weil man etwas falsch macht, sondern weil die Funktionen fehlen. Das steht hier, damit niemand eine Stunde danach sucht.
| Thema | Was fehlt | Womit stattdessen |
|---|---|---|
| SNMP, MIB und OID | kein snmpwalk, keine MIB-Werkzeuge | GNS3 mit einem Linux-Rechner |
| Ansible | der SSH-Zugang taugt nicht für Ansible | GNS3 mit echtem IOS-Abbild |
| RA Guard | IPv6 First Hop Security fehlt ganz | GNS3 |
| TACACS+ Accounting | der AAA-Server kennt kein Command-Accounting | GNS3 mit tac_plus |
| Syslog-Facility | keine rsyslog-Gegenstelle | GNS3 mit einem Linux-Rechner |
Die Empfehlung ist deshalb nicht „nimm gleich GNS3“. Wer damit anfängt, verbringt den ersten Abend mit IOS-Abbildern und Netzwerkbrücken statt mit Netzwerktechnik. Mit Packet Tracer anfangen, und für diese fünf Themen umsteigen, wenn man dort ankommt.
Was hier noch nicht am Gerät geprüft ist
Offene Punkte
Jeder Befehl im Trainer ist gegen die offiziellen Cisco-Befehlsreferenzen geprüft. Bei rund zehn erwarteten Ausgaben steht die Gegenprobe am laufenden Gerät noch aus — sie folgen dem dokumentierten Format, wurden aber nicht selbst erzeugt.
Betroffen sind die Ausgaben von show logging, show snmp host, snmpwalk, die rsyslog-Zeilen zur Syslog-Facility, die debug ip dhcp server-Meldung, die Ansible-Berichte, das TACACS+-Accounting und die (DUP!)-Zeilen bei einem Broadcast-Ping.
Die Befehle selbst sind belegt — es geht allein um die gezeigte Ausgabe. Wer eine Abweichung findet: Bescheid geben, das gehört korrigiert.